Sláinte, Mates!

Irish Pubs sind überall auf der Welt zu finden und erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Ursprung dieses Erfolgs liegt allerdings in den USA. Bis heute feiern unzählige Menschen die irische Pub-Kultur. Zu „verdanken“ haben die Iren das der großen Kartoffelfäule.

Der kalte und neblige Winter Wiens naht, und so zieht sich auch das städtische Nachtleben ins Innere zurück. Dazu bieten sich Unmengen an Bars, Pubs und Clubs an. Sehr erfolgreich schlagen sich hier die Irish Pubs. Sie scheinen besser besucht zu sein als die Durchschnittsbar. Warum das so ist erklärt ein Besucher so: „Ich glaub es hängt einfach mit der ganzen Atmosphäre zusammen. Es ist von der Einrichtung einfach gemütlicher als das 0815-Wirtshaus. Es gibt auch Angebote mit Live-Musik und ich glaube, dass es ein gewisses Publikum anspricht.“

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Die irische Kultur ist weltbekannt und hat Kultstatus. Irische Musik, Trinken und Essen erfreuen sich großer Beliebtheit und vereinen sich in der irischen Pub-Kultur. Zu Speis und Trank bieten diese auch oft Live-Musik und Konzerte an. Diese Kombination schafft eine eigene „irische“ Atmosphäre, welche auch der Grund für den Erfolg zu sein scheint. Gipfel dieses Erfolgs ist der international gefeierte irische Feiertag St. Patricks Day. Weltweit feiern ihn unzählige Menschen und ganze Städte erstrahlen in Grün. In den USA wird sogar der Chicago River grün gefärbt. An diesem Beispiel ist der enorme Einfluss der irischen Kultur zu sehen.

Gemütlich wie im eigenen Wohnzimmer

Wo ist der Unterschied zu normalen Bars, der Leute zu Irish Pubs zieht wie Motten zum Licht? Irish Pubs zeichnen sich vor allem durch hohe Gemütlichkeit aus. Die Wände sind meistens mit Holz vertäfelt, durch die Fenster dringt nur wenig Licht herein und auch grelle Lichtquellen sind nicht zu finden. Es entsteht eine dunkle, schummrige und gemütliche Atmosphäre. Dazu können irische Getränke wie dunkles Bier, Cider und Ale, genossen werden.

Guinness und Kilkenny, dunkles irisches Traditionsbier. ©Gregor Dörsch

Auf der Speisekarte stehen hauptsächlich einfache, deftige Speisen wie Burger, überbackene Brote und Snacks. Der Manager des „Golden Harp“ im dritten Bezirk beantwortet die Frage nach dem Erfolgsrezept so: „Ich denke es hat mit der Dekoration zu tun. Irish Pubs sind eher dunkel gehalten, es gibt kein grelles Licht, nichts Modernes. Man fühlt sich schnell heimelig und es schafft eine Wohnzimmer-Atmosphäre.“

Musikalisch wird mit der traditionsreichen, irischen Musik aufgewartet. Diese reicht von bekannten Volksliedern und Balladen, wie den „Fields of Athenry“, bis zum moderneren „Irish Rock“. Regelmäßig treten Musiker auf und bringen noch mehr Flair in die Pubs. Mit Erfolg, denn die irische Musik erfreut sich solcher Beliebtheit, dass selbst die größten irischen Bands nach Wien kommen. Am 31.1 starten die Dropkick Murphys und Flogging Molly, zwei der bekanntesten „Irish Rock“-Bands, ihre Europa-Tournee in der großen Wiener Stadthalle.

Berühmt-Berüchtigt

Doch gemütlich und traditionsreich sind auch andere Bars, wie zum Beispiel die Wiener Beisln. Es muss also noch andere Gründe für die Beliebtheit der Irish Pubs geben. Der in Belfast geborene Musiker Dave McKendry nennt den Ruf der Iren als entscheidenden Faktor: „I think the Irish are just known all over the world for leaving Ireland, because of our history. And if we weren’t forced to leave, we were pretty happy to be away, and so we are fairly known to party and to have a good bit of happiness. If you think Irish there’s going to be a few things that immediately come to your head. One’s going to be green, one’ll be silly dancing, the other is going to be traditional Irish music and maybe even alcoholics, although that’s definitely not true. So that Irish fun is well known and almost a brand.“

Der Rest ist Geschichte

Die starke Verbreitung der irischen Pubs ist geschichtlich bedingt. Pub leitet sich von „Public House“ ab und ist ein Begriff aus der viktorianischen Zeit. Die Pubs waren in Irland schon immer zentraler Treffpunkt für Kommunikation. Die große Kartoffelfäule (1845-1848), und die damit verbundene Massenabwanderung der Iren nach Nordamerika, sorgten für die Verbreitung der Pub-Kultur. Von den USA aus begann daraufhin die Ausbreitung und Erfolgsgeschichte der Irish Pubs.

Authentizität

Hin und wieder hört man auch, dass sich viele Irish Pubs mit dem kommerziellen Erfolg vom Original entfernt haben, und heute außer dem Namen nichts mehr mit Irland zu tun haben. Laut Dave McKendry gibt es starke Unterschiede, aber nur die wenigsten sind wirklich originalgetreu. Ein richtiges Irish Pub beschreibt er so: „If you went to a little Pub in the countryside and it’s a proper little Pub, it’s definitely not going to have a TV. It’s probably not going to have a food menu, and if then only very basic. It’s just not what it’s there for.” Als authentischsten Pub Wiens nennt er das Bockshorn im ersten Bezirk. „Simply because it is tiny, it has a lot of stuff hanging from the walls, there’s no TV, not even phone signal. In my experience the vibe in there, either deafly quiet or very noisy and crowded, is as close as I’ve come to a proper Pub back home.“

Auch wenn die Irish Pubs nicht zu 100 % authentisch sind, werden sie diesen Winter wieder zahlreiche Menschen mit ihrem irischen Flair locken. Ob man dafür der Typ ist, muss jeder für sich entscheiden. Wenn ja, dann genießt man das am besten mit einem Pint voll kühlem Guinness oder einem Glas der feinen Irish Whiskies. Prost! Oder wie man in Irland sagt: Sláinte!

Links

https://goodnight.at/magazin/freizeit/683-die-besten-irish-pubs-in-wien

https://www.goldenharp1030.at/veranstaltungen.html

https://www.bockshornirishpub.at/

Titelbild: The Four Bells Pub, © Johanna Fuchs