Popkultur als Baukasten

Das „beste Wochenende des Jahres“ verspricht die „Vienna Comic Con“.  Woher die größte Popkulturmesse Zentraleuropas dieses Ego nimmt, warum kein Ende des Wachstums in Sicht ist und wieso man drei Wochen nach Halloween noch einmal so viele verkleidete Gestalten in der U2 trifft, erfahren Sie hier:

Normalsterbliche sucht man auf der Vienna Comic Con größtenteils vergeblich. Stattdessen trifft man auf Wesen aus fremden Welten, Helden und Schurken aus verschiedensten Medien und die eine oder andere Donald-Trump-Karikatur. Jede Art der Verkleidung ist auf der Vienna Comic Con erwünscht und dies wird von den Gästen auch abseits des Kostümwettbewerbs bis ins letzte Detail ausgenutzt. Die Messe selbst bietet ein ähnlich vielfältiges Bild wie ihr Publikum: Stars aus Film und Fernsehen teilen sich die Hauptbühne mit berühmten Zeichnern und der Stimme von Super Mario. Auf einer kleineren Bühne treten sogenannte Influencer auf, die als Internet Berühmtheiten Kinder und Jugendliche noch schneller von den Beinen reißen als ihre fast namensgleiche Tröpfcheninfektion. Und nur wenige Meter entfernt bietet die Vienna Challengers Arena erstmals Platz für Österreichs größtes League of Legends Turnier.

Charles Martinet, die Stimme von Super Mario, nimmt seinen Job sehr ernst. ©David Faber www.fabshoot.me

Geplanter Erfolg im Baukastensystem
PR Chef Paul Hammerl beschreibt das Wachstum der Comic Con als Baukastensystem. Jedes Jahr wird das Angebot der Messe häppchenweise erweitert und eine neue Zielgruppe angesprochen. So soll ein umfassendes Event für Popkultur etabliert werden. Dies scheint so weit zu funktionieren, denn trotz einem Preis von 30 Euro pro Karte sucht man hier vergeblich nach traurigen Gesichtern. Immer wieder tauchen einzelne sehr ernst blickende Gestalten auf, ein zweiter Blick entlarvt diese jedoch schnell als Mitglieder der 501st Legion, einer Gruppe Star Wars Enthusiasten, die in diversen Kostümen durch die Hallen patrouillieren.

Die 501st Legion marschiert in die Messehalle ein. Mit dabei: Julius und Michael. ©David Faber www.fabshoot.me

A1 bis Zumi
Neben der 501st Legion gibt es Aussteller von A wie der Mobilfunkanbieter A1 bis Z wie Zumi, eine Digitalkünstlerin aus Deutschland, die ihre Druckgrafiken in der Artist Alley zum Verkauf anbietet. Dazwischen befindet sich tatsächlich die gesamte Bandbreite von allem, was das Nerdherz begehren könnte: ein eigens für die Messe gebrautes Craftbier, ein Stand mit Brettspielen, Merchandise-Produkten, homoerotische Zeichnungen und vieles mehr. Als Besucher kommt so jeder auf seine Kosten. Während sich etwa die Mitglieder des österreichischen Manga Magazins Boah! von Tisch 14 allesamt besonders für die anderen ausstellenden Künstler der Artist Alley interessieren, ergattert die polnische Journalistik-Studentin Anna Autogramme von Jason Isaacs und John Rhys-Davies und die 23-jährige Cosplayerin Michiyo Nakajima aus Niederösterreich nutzt die Möglichkeit, um als gutmütiger Drache Toothless die Herzen der Kinder zu erobern. Und so ungewiss 2018 auch sein mag: Die Vienna Comic Con findet am 17. und 18. November statt und sie wird wieder einen Bauklotz reicher sein.

Michiyo Nakajima als Drache Toothless beim Kostümwettbewerb. ©David Faber www.fabshoot.me

Michiyo Nakajima hat sich aus ihrem lebensgroßen „Drachenzähmen leichtgemacht“-Cosplay befreit, um uns ein wenig über ihr Kostüm und ihre Erlebnisse auf der Messe zu berichten.


Die Artist Alley bietet jede Menge Platz für Künsterinnen und Künstler. ©David Faber www.fabshoot.me

An ihrem Stand in der Artist Alley erzählen uns Miriam und Trini von ihren Messeeindrücken.


Auch PR Chef Paul Hammerl (ganz rechts unten) hatte auf der Messe Spaß.
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PR-Leiter Paul Hammerl beantwortete uns Fragen über die Entstehung der Vienna Comic Con. Außerdem verrät er seine persönlichen Highlights 2017.


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