Eine andere Seite von Bilderbuch

Passend zum schrillen Stil der Band „Bilderbuch“ werden Fotografien von den Mitgliedern bis Anfang Februar in der Ostlichtgalerie in Wien Favoriten ausgestellt. Die Künstlerin hinter dem Hit-Video zur Single „Baba“ ist Elisaveta Porodina. Mit kräftigen Farben und Spiel mit Glas und Licht fängt sie die Attitüde der Band in ihren Bildern ein. 

Im langen roten Ledermantel, Pulli im Warnwesten-Stil und mit Spinnennetz-Rasur in den Haaren erscheinen die Bandmitglieder zur Eröffnung der Fotoreihe „Das Bilderbuch der Elisaveta Porodina“ am 11. Oktober. Maurice Ernst, Michael Krammer, Peter Horazdovsky und Philipp Scheibl sind „Bilderbuch“, eine der angesagtesten österreichischen Bands derzeit. Im Mai 2017 sind sie mit dem Amadeus-Award zur Band des Jahres gekürt worden, darauf folgte eine Tournee durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Ihre Indie-Rockmusik hat Porodina nun ins Visuelle übertragen.

Blau als Farbschema für den Hit „Bungalow
Copyright by Elisaveta Porodina

Im Bilderbuch blättern

„Wir haben schnell zueinander gefunden, wir haben eine ähnliche visuelle Sprache“, so Porodina über die Zusammenarbeit mit der Band. Das Interview mit der Künstlerin über ihre Visionen läutet die Eröffnung ein. Die Bilder sind auf Songs der Band abgestimmt: Zu dem funkigen Lied „Bungalow“ passen die kräftigen Farbtöne, die blauen Akzente und Requisiten wie eine Poledance-Stange und Porodinas roter Kater. Die Melancholie und Sinnlichkeit von „Baba“ finden sich in den schwarz-weiß-Aufnahmen der Band wieder. Diese sowie das Musikvideo zu „Baba“ wirken zwar sehr kühl, sind aber am Strand von Fuerteventura aufgenommen worden, verrät Gitarrist Michael. Das ruhigere Thema weicht vom knallbunten Stil der Band ab, kommt aber beim Publikum sehr gut an. Alle ausgestellten Fotos sind käuflich zu erwerben; die Preise starten bei 800€ und variieren je nach Größe und Stil der Fotografie. Das Spiel mit intensiven Farben, Licht und Reflexionen haben alle Ausstellungsstücke gemein, genau wie den Mittelpunkt der Bilder: die Band.

Der Gitarrist Michael Krammer am Strand von Fuerte Ventura.
Aus der Reihe „Bilderbuch at the Beach“ von Elisaveta Porodina

Eine Besucherin, die 19-jährige Studentin Theresa K., schildert ihre Eindrücke rund um Bilderbuch: „Mir gefallen der Stil und die Musikrichtung. Ich war vor der Ausstellung ein großer Fan, aber das hat sich jetzt nach einem persönlichen Gespräch mit den Bandmitgliedern noch verstärkt. Die sind alle voll bodenständig und sympathisch. Auf den Bildern wirken die Jungs halt wie in den Musikvideos sehr lässig und cool, und fast schon etwas überheblich. Manche sind sehr schrill und bunt, andere dann wieder sehr reduziert und ruhig.“

Von überall her

Vor allem online war im Vorfeld viel über das Eröffnungsevent gepostet worden, von einer Facebookveranstaltung bis hin zu ersten Einblicken in die Galerie auf Instagram. Auch Medien wie FM4 haben viel dazu beigetragen, die Ausstellung zu bewerben. Erreicht hat dieses Marketing ein hauptsächlich junges, kunst- und musikinteressiertes Publikum. Viele Fans der Band sind dadurch auf die Galerie aufmerksam gemacht worden, erzählt Theresa K. „Meine Freunde und ich sind durch Zufall auf die Facebookveranstaltung des Events gestoßen und haben spontan entschieden, hinzugehen, weil wir auch alle kunstinteressiert sind.“ Auf die Frage nach den Highlights des Abends sagt sie: „Also wir Studenten haben uns natürlich sehr über den Gratis-Alkohol am Beginn des Events gefreut (lacht). Wobei, den braucht man nicht zwingend, die Stimmung ist ja so auch sehr locker.“

Die Ausstellung „Das Bilderbuch der Elisaveta Porodina“ in der Ostlichtgalerie wird aufgrund des großen Interesses bis 10. Februar 2018 verlängert.

Alle Fotografien im Beitrag made by Elisaveta Porodina