„Wir sind wieder da!“

Haupteingang des neuen Weltmuseums Wien. © KHM-Museumsverband

Das Weltmuseum am Wiener Heldenplatz hat nach 3-jährigem Umbau wieder seine Pforten geöffnet. Gefeiert wurde zu diesem Anlass ausgiebig, mit einem Bühnenfest geplant von André Heller, gemeinsam mit 7.500 Menschen und Künstlern aus aller Welt.

Das Wochenende rund um den Nationalfeiertag stand dieses Jahr ganz im Zeichen der kulturellen Vielfalt. Das Weltmuseum Wien ist neu eröffnet worden und hat diesen Anlass am Abend des 25.10. mit einem großen Bühnenfest gefeiert. Das Fest war mit Spannung erwartet worden. Gemeinsam mit internationalen Künstlern und Künstlerinnen aus über 10 Nationen, darunter Mexiko, Iran, Indien, Südafrika und die Mongolei, ist am Heldenplatz mit 7.500 Menschen ein Zeichen für Toleranz, Respekt und Miteinander gesetzt worden. Durch den Abend führten Adele Neuhauser und Christoph Wagner-Trenkwitz, die die Darbietungen mit Lesungen komplettierten. Während und nach der Show hatten die Besucherinnen und Besucher bis ein Uhr morgens bei freiem Eintritt die Möglichkeit, die neu gestalteten Räumlichkeiten mit ihren unglaublichen 3.127 Objekten zu bewundern.

Am Vorabend des Nationalfeiertags strömte eine große Besucherzahl auf den Heldenplatz. © picture-alliance/ APA/ H. Neubauer

André Hellers Show der Ethno-Vielfalt

Die farbenfrohe und abwechslungsreiche Bühnenshow ist unter der Intendanz des bekannten Künstlers André Heller entstanden. Heller stellte sich hierbei die Fragen “Was bringt uns das Fremde? Wie nehmen wir es auf? Wie integrieren wir es in unser eigenes Denken?”. Die Darbietungen kamen aus allen Ecken der Welt, so gab es z.B. Performances einer aus Indien stammenden Katakali-Tänzerin und eines junger Hip-Hop-Tänzers, der eine bekannte indische Talentshow gewonnen hat. Mongolische Obertonsänger gaben gemeinsam mit einer französischen Musikgruppe eine wilde Mischung aus Melodie und Rhythmus zum Besten. Für die Show stand dem Intendanten ein Budget von ca. 100.000 € zur Verfügung, viele Sponsoren wollten an dem bunten Spektakel teilhaben.

Ein neues Konzept für das Weltmuseum

Das neue Weltmuseum Wien will Menschen und Kulturen auf spezielle Weise miteinander verbinden und einen andersartigen Zugang zum „Fremden“ bieten. Besucherinnen und Besuchern werden Ausstellungen geboten, die die ganze Weltkugel umfassen und insbesondere Österreichs historische Beziehungen zu allen Ecken der Welt beleuchten. So gibt es z.B. einen Ausstellungssaal, der sich den traditionellen Jagd- und Studienreisen der Habsburger widmet. Erzherzog Franz Ferdinand, der leidenschaftlichste Sammler unter ihnen, stiftet mit seinem überlieferten Ausruf „Ich leide an Museomanie!“ den Titel des Ausstellungsraums. Er bestimmte für seine großen exotischen Sammlungen aus dem Ausland auch die Räumlichkeiten, die heute das Weltmuseum beherbergen.

Ausstellungsraum „Sammlerwahn – Ich leide an Museomanie!“
© KHM-Museumsverband

Das Herzstück des neuen Weltmuseums Wien ist die neu aufgestellte Schausammlung, die auf 14 Säle aufgeteilt ist. Mit der Sanierung wurden renommierte Architektengruppen wie Hoskins Architects aus Edinburgh und Ralph Appelbaum Associates aus Berlin beauftragt. Die Besucher und Besucherinnen erwartet auf 2.500 m2 der Schausammlung und weiteren 1.400 m2, die die wechselnden Sonderausstellungen umfassen, ein neu gestaltetes Kultur- und Informationserlebnis. Das Raumkonzept zeichnet sich durch Abwechslung innerhalb der Ausstellungen aus. So sind den Sälen, in denen zentral ein Highlight-Exponat präsentiert wird, Räume gegenübergestellt, in denen mehr auf diskursive Wortinhalte und interaktive Medien und Grafiken fokussiert wird. Im Saal mit dem Titel „1873 – Japan kommt nach Europa“ sticht so als Erstes das imposante Modell einer Daimyo-Residenz ins Auge, während im nächsten Raum der begleitende historische Kontext zur österreichisch-japanischen Beziehung in hellen Vitrinen zu finden ist.

Modell einer Daimyo-Residenz. Japan schickte zur Weltausstellung 1873 einige Architekturmodelle nach Wien. Dieses Stück stellte das zentrale Objekt im Japan-Pavillon der Exposition dar. © KHM-Museumsverband

Neben den Ausstellungen lädt das Programm des Weltmuseums zum Verweilen ein. Es werden Kinder- und Jugendführungen angeboten, Erwachsene können an kulinarischen Abende und Feierabendprogrammen teilnehmen. Für Menschen mit weniger Zeit wurden sogenannte „KulturExpresso“-Führungen konzipiert. Darüber hinaus gibt es sogar die Möglichkeit, je nach Art der Gruppe und des Anlasses maßgeschneiderte Workshops und Führungen zu buchen.

Link zur Website des Museums: https://www.weltmuseumwien.at